Michel beim 24h-Rennen in Kelheim

547957_335021559915310_2027565213_n

24 Stunden in Kelheim – race 24

„Wie viele Lieder mit „Regen“ oder „rain“ im Text gibt es eigentlich? Wird Kelheim in den nächsten Tagen von einer Mäusearmee überfallen und ausgelöscht? Wer hat den Regentanz getanzt?“ Solche Fragen gehen einem bei einsamen Fahrten durch die Nacht durch den Kopf. Aber zurück zum Anfang, „wie alles begann“:

„Einzelstarter beim 24 Stunden Rennen ist lustig“ sagt mein Freund Volker. Der muss es ja wissen, ist ja im Vorjahr auch schon mitgefahren und hat 29 Runden geschafft. Ich zögere lang, dann doch am letzten Tag noch angemeldet und irgendwie noch reingerutscht. OK, dabei. Ein bisschen Sorgen macht man sich dann doch, also zu den erfahrenen Vereinsleuten gegangen und Tipps eingeholt:

–          „Fahr nicht zu schnell los, das Rennen hat 24 Stunden!“ – Aaah …. Ja.

–          „Immer rechtzeitig und ausreichend essen!“ – Essen? Große Mengen? Überhaupt                kein Problem.

–          „Schmieren!“ – Auch das noch, aber wenn´s hilft.

–          „Mach´s wie der Bärli, die letzte Runde muss die schnellste sein!“- Oh, der Meister des 12 Stunden Rennens in Schnaittach, das wird schwierig.

Also gut. Geh´n wir´s an.

Am Start sind neben dem Volker (schiem-a-no) noch der Rüdiger und Christine, die im letzten Jahr dritte der Damenwertung wurde, alle als Einzelstarter. Die undankbare Aufgabe, vier Menschen mit Proviant zu versorgen, liegt bei Volker´s Frau Birgit, die v.a. Bedenken hat, mich satt zu kriegen. So was. War dann aber kein Problem. Danke an dieser Stelle für´s Getränkereichen, Semmelnschmieren und und und.

Die verschiedenen Wetterberichte sehen zwar eine gewisse Schauerneigung am Samstag, aber max. 1-4 mm. Danach wird´s trocken. Auch gut.

Pünktlich zum Start am Samstag wird´s finster und es schüttet. Die angekündigten 4 mm sind schon während der Startaufstellung auf uns runter. Der Schauer wird zum Dauerregen und hört auch für die nächsten Stunden nicht auf, prima!

Erste Runde: Befreiungshalle, Col de Stausacker (is doch gar net so schlimm), Berg runter, relativ flach zurück, Kopfsteinpflasterrutschen in der Altstadt, wieder raus, 17,2 km, 180 hm. In der ersten Runde überholt uns ein Teamfahrer in schweinchenrosa. Nehme mir vor, den in der letzten Runde abzuhängen.

In Runde 2 und 3 war zwar endgültig alles nass, aber es läuft, dann zickt das EVO. Beamtenhände können zwar manchmal passabel exceln, aber sind halt keine Schrauberfinger wie die eines Präsidenten, nix geht mehr. Aufhören? – Peinlich! Zum Glück das hochrobuste und 3 Kilo schwerere Streamerchen im Kofferraum. Startklar machen (wichtig: dazwischen viel und ausreichend essen) und wieder in den Regen.

Mit Wut im Bauch (der Volker ist zwischenzeitlich schon auf der fünften Runde) hinterher. Wenigstens mal fünf Runden ohne Panne, den Rüdiger wieder überholt, es läuft. Irgendwann hört´s dann auf zu regnen. Die Straße wird langsam trocken. Um 21 Uhr Fertigmachen für die Nacht, trockne Socken (dazwischen viel und ausreichend essen), wieder raus.

Nach 15 Minuten: Regen. Der dauert zwar nicht lang, dafür bleibt die Fahrbahn bis in der Früh nass.

Runde 14: es läuft nicht mehr ganz geschmeidig. Begrabe den Plan, schweinchenrosa abzuhängen.

In der Nacht dann Zeit zum Nachdenken, ab 3 Uhr wird´s ruhiger auf der Fanmeile am Berg, es riecht nur noch kräftig nach zuviel Bier, dafür laufen ständig Mäuse über die Fahrbahn (führt zu eingangs zitierten Gedankengängen), selbst die tapfere Betreuerin muss sich für ein paar Stündchen zurückziehen. Zum Glück gibt´s Handys, dann is es nicht zu langweilig. Ein Post in der Nacht führt immer wieder zu RADioAKTIVen Kontakten, die, wenn´s Telefon in der Trikottasche piept, am Berg motivieren.

Mittlerweile wird beim Streamer (remember: „dreifach“) stellenweise auch der letzte Gang genützt (v.a. wenn nicht viel und ausreichend gegessen), wer hätte das am Anfang gedacht.

Runde 27: Eiere wieder mal den Berg rauf, schweinchenrosa fährt vorbei. Jetzt reicht´s, Hirn arbeitet dank Sauerstoffunterversorgung nicht mehr voll, trete deshalb an und ziehe irgendwie vorbei, bin als erster oben. Berg runter und zurück wird´s dann leider in der Teamfahrergruppe eine Speedrunde, anerkennendes Lob der Staffelfahrer (Wo kriegst denn Du den Druck her?), fahr aber nicht mehr ins Ziel, sondern bieg vorher gleich wieder zum Luftholen und Essen ab. Die nächsten Runden sind Strafe.

Dann geht alles relativ schnell, es wird hell, noch ein paar Mal im Kreis gefahren, die Besoffenen sind wieder wach und machen richtig gute Party, zwischendurch einen Mantel getauscht und die 30er Grenze erreicht.

Die letzte, 33. Runde. Anhalten, Bärli als Vorbild, zum ersten Mal „kurz / kurz“, massivster Guaranaschokoladen- und Koffeinschock. Raus, Vollgas, schnellste Runde. Yes! 3 Min. später: schwarz vor Augen, schnell hinlegen. Alles richtig gemacht.

Am Ende Platz 41 von 140, wurscht, bin durch, der olle Heukemes hat auch nur eine Runde mehr. Lustige Veranstaltung, trotz SOG Zeitmessung, ohne Regen und Pannen bestimmt noch besser.

 

 

Comments are closed.