RADioAKTIVER Herbstride in die Fichtelmountains…

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Nun gibt es RADioAKTIV Racing seit fast fünf Jahren als e.V. (die Vorbereitungenzur fünftägigen Fünf-Jahres-Feier laufen auf Hochtouren), da war es nun an der Zeit, mal was anderes zu machen als unsere beinahe schon traditionelle Orientierungsfahrt im Herbst. Nein, es lag nicht daran, dass wir da letztes Jahrfast abgesoffen sind, mittlerweile haben wir im Pegnitzer Raum halt schon fast alles gefunden, was es zu finden gibt. Auch das Besorgen von einheimischen Biersorten mit tagesaktueller Quittung von geheimen Brauereien in Pottenstein incl. anschließender Überbringung nach Pegnitz stellt keine besondere Herausforderung mehr dar, seit es jedem gelingt, diese per MTB im Rucksack ohne Verluste heil nach Pegnitz zu bringen.
Somit musste eben was Neues her und wozu lange suchen, wenn es vor der Haustür genügend Möglichkeiten gibt. Wir alle kennen das ja, du schaust a weng deppert und manchmal a a weng langsam und schon ist das Jahr schon (fast) wieder rum. Und stellst fest, viel ist ja wieder passiert, schöne Saison, egal ob tolle Rennen oder schöne Ausfahrten, aber eins hat heuer gefehlt: Die Tour durch die Fichtelmountains, also geht’s dahin, ins wohl schönste Mittelgebirge der Welt, klein aber fein.
Der Termin war ruckzuck vereinbart, 12.11., 10 Uhr früh, in Warmensteinach geht’slos. Die Frühtemperaturen hatten sich inzwischen der Jahreszeit angepasst, abersonst – strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel. Das lässt auf einen absoluten Traumtag hoffen, als es in Richtung Grassemann losging. Die ersten Kilometer auf Teer leicht bergauf zum warm werden, der Ochsenkopf war erstes Ziel. Weiter rauf ging es erst mal auf Schotter, schnell war der erste Downhill erreicht, auf groben Geläuf ging es wieder runter Richtung Fleckl, dann erstes Sturzopfer –der Vereinshäuptling (wer sonst) übernahm wieder aufopferungsvoll diese Rolle, damit die Statistik für Unfälle bei MTB Ausfahrten wieder stimmt. Körperlich zum glück unversehrt, hatte die Lupine am Lenker weniger Glück, wir testen nun die Reparaturfreundlichkeit von Lichtsystemen der oberen Preisklasse.
Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch, weiter ging es über den Bocksgraben Richtung Fichtelberg. Die Herrschaften, die hier vor Hunderten von Jahren Bewässerungsgräben anlegten, dachten sicher nicht im Traum daran, dass sie so die Schöpfer einer einmaligen Traillandschaft werden würden. Damit erfüllt das Werk von gestern immer noch einen sinnvollen Zweck in der Neuzeit. Anschließend ging esüber den Quellenweg via Naabquelle wieder gen Ochsenkopf.
Wie auf anderen Touren auch, zeigte sich auch an diesem Tag, dass Wanderer und MTB Fahrer, genügend Hirnmasse vorausgesetzt, wirklich gut miteinander können. Natürlich gibt es wie immer eine Ausnahme von der Regel. Aber das muss man halt locker sehen, wenn Typen, die im Jahre 2011 noch Oberlippenbärte tragen Sprüche ablassen wie: „Ey schau der amool die o, wos steehdn doo auf deena ihra Glamoddn drohm, die fohrn glab i woll mit Kernenergie do an berch nauf wo madoch doo gor nedd doo middm foohrroood doo nauff foohrn deerf, glaab i jednfalls“ Solche Herrschaften glauben auch, dass auf Antenne Bayern anspruchsvolle Musik läuft, das Benzin aus der Tankstelle und der Strom aus der Steckdose kommt. Daher müssen sich intelligente Menschen über so was auch nicht aufregen, vor allem, wenn die Asenturmkneipe in greifbare Nähe gerückt ist.
Dort gab es nicht nur alles was des MTB Sportlers Herzen um diese Jahreszeit zu
tiefst begehrt (Weizenbier, Schnitzel, Currywurst, Käsekuchen mit Sahne, dann wird der nächste DH zum Kinderspiel), sondern auch eine grandiose Sicht über das Fichtelgebirge und darüber hinaus. Im sonst oft von Nebel geprägten November wohl nicht zu toppen.
Das rückte die Kälte auf der anschließenden Abfahrt in den Hintergrund, über die Weißmainquelle runter zum Karchessee, still und ruhig lag der vor uns, kurz die Gedanken schweifen lassen, denn schon geht’s über technische Anstiege wieder rauf Richtung Schneeberg. Dort oben dann trialähnliche Passagen rüber zum Nußhardt mit anschließender Abfahrt vom Seehügel Richtung Silberhaus.
Nachdem die Gänskopfhütte diesmal nicht auf dem Programm stand (zwei Pausen mit anschließender Weiterfahrt in der Kälte waren dann noch etwas zu viel),entschieden wir uns nun für eine Route über Fichtelberg, Hempelsberg, Wagental, Oberwarmensteinach zurück zum Ausgangspunkt mit hohem Singletrailanteil. Das war noch einmal ein tolles Erlebnis hin zum Ende der Tour. Natürlich durfte die Krönung nicht fehlen, die Fraktion der naturnahen und nachhaltigen Waldverarbeitung („MTB Fahrer machen den Wald kaputt, 25 Tonnen Harvester,die alle 50m 10 Meter breite Schneisen in den Wald fräsen, natürlich nicht“) hatten wieder ganze Arbeit geleistet und auf 300 Meter markierten Wanderweg mal schnell rund 50 Bäume quergelegt.
Was den geneigten, frühpensionierten Wanderfreund aus Wanne-Eickel in so einem Fall zu einer Beschwerde vor der lokalen Tourismusverwaltung bis hin zum Bundesgerichtshof hinreist, löst der Mountainbiker mit der gewohnten Gelassenheit. Runter vom Rad, rübersteigen und dann weiter. Allerdings gibt es einen Unterschied, ob man als Mountainbikemädel von gefühlskalten, egozentrischen und hässlichen Teutonen oder von rassigen, natürlich super, super, super, super Gutaussehenden und Frauenverstehenden Italoboys begleitet wird. „In Italien würden sich jetzt mindestens fünf Jungs darüber streiten, wer mein Rad tragen darf!!!“ Da hat der Alterspräsident dann mal schnell den Berlusconi gespielt, ob sich dessen Saisonplanung 2012 nun zu Gunsten von Volkshochschulkursen in Italienisch Kochen und Frauen verstehen ändert, bleibt abzuwarten.
Als wir den letzten Wald hinter uns gelassen hatten, genossen wir noch einmal den grandiosen Ausblick bei rund 15 Grad in der Sonne (im November!) bevor es auf den letzten Downhill runter nach Warmensteinach ging. So ging eine der besten Touren ever zu Ende, Fichtelmountains ihr habt uns nicht enttäuscht, das schreit nach Wiederholung, selbst wenn das Wetter mal nicht so unschlagbar ist. Solche Erlebnisse helfen einen locker über die derzeitige Sauere Gurken Jahreszeit, das motiviert momentan beim Planen von OTV Cup und Bayernliga ungemein – ja ihr habt Richtig gelesen, der nächste Schlossbergcup ist zwar erst wieder Ende September, aber nach der Saison ist vor der Saison – …
Willst du Fotos gucke und dich schwarz ärgern weil du nicht dabei warst – guckstdu in Fotogalerie… In diesem Sinne – ride on – egal ob MTB oder demnächst auf Skatingski (wenn man es kann)
Der alde Sack

 

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